Kiwi-Tower, 10.09.2010

Aufgrund akuter Arbeitswut erst heute der Bericht, man bittet um Nachsicht …

Mittagstisch inklusive Getränk: 7,— EUR

Nach zweimaligem Nachfragen fanden die Hungrigen Vier die gut im Kiwi-Tower versteckte Kantine, ein einfaches handgemaltes Schild hätte ruhig den an sich einfachen Weg geradeaus weisen können. Die Kantine hier ist zweierlei: Riesig und leer. Es gab dreimal Fischfilet mit ordentlich Remoulade und pappigen Bratkartoffeln und einmal Nudeln mit Geflügelsteak oder so. Im Grunde war das Essen ganz OK, war aber schon ziemlich kantinig.  Die Portionen waren alle absolut ausreichend. Wenn man nicht gerade um die Ecke arbeitet, lohnt sich der Weg nicht wirklich. Es kann ja nicht jeden Tag eine Überraschung geben, aber zumindest war das im Kiwi-Tower auch keine schlechte.

Edi & Son, 03.09.2010

Mittagstisch: 4,90 EUR
0,33l Flasche Cola: 1,60 EUR

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Es ist schon eine ziemliche Ochsentour, ganz nach Wellsee raus. Und dann fährt man auch fast noch vorbei am ziemlich unscheinbar auf einer Tankstelle platzierten „Edi & Son“. Die Inneneinrichtung ist schnörkellos und ohne Schickimicki: Bestelltresen, Tische, Flachbildfernseher. Kein Tamtam. Ein freundlicher Scherzkeks hinter dem Tresen nimmt die Bestellungen an, man setzt sich und wartet, nach kurzer Zeit wird man stilgerecht aufgerufen. Es gibt jeden Tag der Woche ein Stammessen, freitags ist Schnitzeltag. Ansonsten ist die Auswahl sehr bodenständig, Currywurst und Schnitzel reihen sich an Schweinskopfsülze, Sauerfleisch und Bauernfrühstück. Die Zubereitung findet direkt hinter dem Verkaufstresen in der rückwärtigen Küchenzeile statt.

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Was gab’s für Schnitzel?
Es gab zweimal Zigeuner-Brat und einmal Champignon-Brat. Will heißen: Zigeunerschnitzel mit Bratkartoffeln und Champignonrahmschnitzel mit ebensolchen. Die Schnitzel wirkten definitiv wie selbst vorbereitet, machten nicht den Eindruck von Tiefkühlkost; natürlich erfolgte deren Zubereitung in der Fritteuse. Die Bratkartoffeln wurden alle frisch in der Pfanne zubereitet, mit Speck und Zwiebeln, und waren echt lecker. Die Schnitzel waren groß und auch richtig lecker, die Champignons waren überraschend frisch. Fazit: Ehrliche, frische Kost für ehrliche Männer. Was in ebendiesem Moment auch zum ersten Mal richtig auffällt: Außer der Kollegin des freundlichen Mitarbeiters hinter dem Tresen war keine einzige Frau anwesend.

Abstimmungen

Es wird mehr und mehr zu einer Last, die Abstimmungen zu verwalten, und der Aufwand lohnt sich aufgrund immer weniger werdender Beteiligungen nicht mehr wirklich. Ab sofort finden somit keine Abstimmungen mehr statt, wir arbeiten uns in der Warteliste einfach von unten nach oben vor. Trotzdem an dieser Stelle noch einmal der Dank an alle fleißigen Voter!

Ruffini, 27.08.2010

Mittagstisch: 8,50 EUR
kl. Spezi: 2,20 EUR

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Das Ruffini: Ein kleines aber feines Restaurant am Rande des Blücherplatzes, gerade bei schönem Wetter können hier wunderbar gemütlich draußen die Minuten zu Stunden werden. Die Einrichtung ist zurückhaltend und dezent, insgesamt macht sich hier eine entspannend familiäre Atmosphäre breit. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass hier keine aufdringliche Beschallung rumnervt; die Gespräche finden automatisch etwas gedämpfter statt. Es gibt für jeden Tag der Woche zwei wechselnde Mittaggerichte, die mit stolzen 8,50 EUR zu Buche schlagen, flankiert von einigen günstigeren Kleinigkeiten, die für die ganze Woche gelten.

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Ran an die Teller:
Es gab pochiertes Schollenfilet mit lustigen kleinen Salzkartoffelbällchen, für die es sicherlich einen Fachausdruck gibt, Fenchelgemüse und Olivenscheibchen. Das Fischfilet war superzart und sehr lecker, das Gemüse ungewöhnlich, frisch und ebenfalls lecker. Insbesondere die kuriose Kombination aus schwarzen Oliven und Scholle konnte überzeugen. Dann gab es noch Rinderstreifen mit Reis und Gemüsestreifen aus dem Wok, lecker, aber laut Aussage eines der Hungrigen Vier ein klitzekleines bisschen fad. Manchmal muss man anderswo bei solcherlei Gericht die Fleischstücke suchen, hier war das definitiv nicht der Fall. Die Zutaten waren allesamt merklich frisch und knackig, hier kommt nix aus der Tiefkühltruhe und wandert dann über die Fritteuse auf den Teller, die Portionen waren für einen Mittagstisch absolut ausreichend. Fazit: Die Küche im Ruffini hebt sich deutlich ab vom allgemeinen mittäglichen Mittel,  ist dadurch aber auch etwas kostspieliger als der Duchschnitt.

Forstbaumschule, 20.08.2010

Mittagstisch: 5,50 EUR
kl. Spezi: 1,80 EUR

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Die Forstbaumschule: Muss man eigentlich nicht groß beschreiben, aber vielleicht kennt sie der ein oder andere Zugezogene noch nicht. Idyllisch im gleichnamigen Parkgelände gelegen trohnt in altehrwürdigen Gemäuern das riesige Restaurant mit ungezählten Tischen im Biergarten. Es gibt auf der Schiefertafel ausgelobt ein täglich wechselndes Gericht und für die ganze Woche zwei weitere Gerichte.

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Was gab‘s?
Zunächst einmal gab es lange Gesichter. Denn eines braucht der Gast in der Forstbaumschule: Zeit. Viele der hier anwesenden schienen davon genug zu haben, die Hungrigen Vier nicht. Es wurden zweimal die Tortiglioni mit Broccoli, Chili und geraspeltem Hartkäse bestellt, die aber zu Rigatoni wurden und den geraspelten Käse auch irgendwie vermissen ließen. Egal, immerhin kamen die Drinks diesmal vor dem Essen. Auf die Currywurst und das Putencurry Bombay von der regulären Karte musste dann jedoch leider zwanzig Minuten nach Fallenlassen der Nudelgabel gewartet werden. Die zahlreichen Entschuldigungen des freundlichen Sportstudenten, der bediente, waren ernst gemeint, konnten aber nicht wirklich trösten. Die Nudeln waren OK, das Putencurry auch („Ich hatte jetzt einfach keinen Bock auf Döner“), die Currywurst und die Pommes waren ebenso OK, die Sauce konnte nicht so recht überzeugen. Die Portionen waren auch einigermaßen in Ordnung. Fazit: Für denjenigen, der in seiner Mittagspause mal fix ‘nen Happen essen möchte, ist die Forstbaumschule kein guter Tipp. Für denjenigen, der an einem lauen Sommerabend mit Kollegen drei bis neun Halbe im Biergarten gluckern möchte, definitiv schon.

Colosseum, 13.08.2010

Eigentlich war ein Besuch im kooperativa(3) vorgesehen, eine kurze Nachfrage, ob es denn eine Art Mittagstisch gäbe, wurde jedoch abschlägig beschieden, so dass man sich kurzerhand entschloss, im nahegelegenen Colosseum einzukehren.

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Mittagstisch: 4,80 EUR
kl. Spezi: 1,50 EUR

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Glücklicherweise ist Freitag der einzige Tag, an dem das Colosseum schon ab 12:00 Uhr öffnet. Der erste Eindruck, der sich beim Betreten breit macht: Komisch, keine Sau hier, ist doch beste Mittagszeit. Die Einrichtung und die dezent dröhnende Discomusik vermitteln eher den freundlichen Charme einer ambitioniert eingerichteten Dönerbude denn den eines Restaurants. Und wieso sind nur hier, sonst nirgendwo, so viele Fliegen? Naja, wie dem auch sei, Platz ist ja genug hier für die Hungrigen Vier und Gaststar Kian.

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Wie war denn das Essen?
Es gab viermal Pizza und einmal Tortellini mit angeblicher Gorgonzola-Soße. Die Pizza war OK, die Nudeln auch. Auch auf die Gefahr hin, jemandem unrecht zu tun, musste der Gaumen des engagierten Gourmands feststellen, dass hier scheinbar nicht gerade die allerteuersten Zutaten gewählt wurden. Gerade beim Schinken auf der Pizza merkt man doch recht schnell, auf welcher Höhe dieser im Regal einsortiert war. Und der Gorgonzola in der Nudelsoße könnte auch genauso gut einfach nur Blauschimmelkäse gewesen sein. Es war also leider irgendwie nicht so der Kracher, sorry. Gerade in Anbetracht der vielen früher dort verlebten Abende und Nächte macht sich eine gewisse Schwermut breit.

violet, 06.08.2010

Mittagstisch: ab 5,– EUR (Bruschetta)
0,4 l Cola: 3,70 EUR

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Irgendwie hofft man ja jedes Mal auf den Geheimtippkracher, wenn freitags ausgeschwärmt wird, wird aber nahezu jedes Mal auf den Boden der durchschnittlichen Tatsachen zurückbeordert. Das violet ist – wie so viele dieser vor Kurzem erst entstandenen Kneipenkreationen – eingerichtet, als hätte jemand den Katalog für Kneipenausstatter aufgeschlagen und unter „heutzutage macht man das so“ nachgesehen: Dunkles Holz, klare Kanten, leicht angeloungt, keine Überraschungen. Und die unaufdringliche aber stete Präsenz des namensgebenden Violetts reißt es auch nicht wirklich raus. Die Hungrigen nahmen draußen Platz, wo man im Schatten unserer Sankt Nikolai Kirche wirklich sehr schön sitzt. Der Mittagstisch besteht aus einer speziellen Mittagskarte, keinerlei wöchentlich oder täglich variierende Geschichten.

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War das Essen denn gut?
Leider musste heute sowohl auf den wackenden Marco als auch auf den richtfestenden Lorenzo verzichtet werden, daher nur zwei Gerichte: Es gab einmal das gegrillte Lachsfilet mit Kartoffelauflauf und Ratatouille. Das war lecker, OK, in Ordnung, ja, mit 7,50 EUR aber auch kein Schnäppchen. Gericht Nummer zwei waren Schweine-Spieße mit Gemüse und Kartoffelpüree, aus dem aus Mangel an Püree dann Thymian-Kartoffeln wurden. Der Spieß fand sich in einer Schokoladen-Chili-Soße, die definitiv den Geschmack des Essers treffen muss. Schoki in Kombination mit Chili wird ja schon seit längerem als der Kracher gehandelt, hier fand das Paar nicht auf Gegenliebe. Das Fleisch war gut gebraten und gewürzt. Mengenmäßig war’s OK. Nicht zu viel, nicht zu wenig. Fazit: Das violet ist einer der vielen Läden in Kiel, über die man sagen kann: „Da kannst du mittags hingehen.“ Mehr nicht. Und irgendwie ist das gemeinerweise am unbefriedigendsten; nix, um derbe abzumeckern, aber auch nix, zum in den Himmel loben.